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Die Geschichte

Die Geschichte des ehemaligen Gemeindesaales der Evangelischen Heilandsgemeinschaft in der Putlitzstraße 13 reicht zurück bis in das Jahr 1904 und ist eng verknüpft mit den Namen und dem Wirken der Schwestern Therese von Hennigs (1861-1913) und Ingeborg von Hennigs (1867-1944)
Als hervorragende (und uns leider einzig bekannte) Quelle dient das Buch "Frauen gestalten Diakonie, Band 2, herausgegeben von Adelheid M. von Hauff" aus welchen nachfolgend die den Saal betreffenden Zeilen zitiert sein mögen. (Autor Ekkehard Hirschfeld, Seiten 422 bis 424) (Zitatanfang:)

hennigs

Der Aufbau der Arbeit in Berlin-Moabit

Der Wunsch, die diakonische Tätigkeit missionarisch zu ergänzen, führte innerhalb der Heilandsgemeinde zur Gründung einer eigenen Gemeinschaft.' In der Stromstraße 36 wurde in Moabit eine Wohnung mit Versammlungssaal gemietet und am 28. Oktober 1900 eingeweiht. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde der Heilandsgemeinschaft.
Die Arbeit in der jungen Heilandsgemeinschaft … blühte. Als Arbeitsbereiche werden genannt: Jungfrauen- und Mütter-Zusammenkünfte, Bibelstunden für Jedermann, Trinkerrettungs-Abende, Sonntagsschule und Kinderstunden (mit paralleler "Mutter-Kind-Gruppe"), Evangelisationsabende, Familienabende und Evangelisationsversammlungen mit über 300 Besuchern.
… der dreihundert Plätze fassende Versammlungssaal wurde bald zu klein.
Mit dem Architekten Otto Johannis stand den Schwestern ein Fachmann zur Seite und auch die benötigten Gelder zum Grundstückskauf kamen rasch zusammen.

So konnte im April 1904 in Berlin-Moabit in der Putlitzstraße 13 ein Grundstück gekauft und am 26. Juni 1904 mit der Grundsteinlegung begonnen werden. Am 5. April 1905 wurde die Einweihung des "Evangelischen Heilands-Gemeinschaftshauses Putlitzstraße 13" gefeiert. … Juristisch hatten die Schwestern mit fünf weiteren Personen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet. Da die beiden Schwestern ihr persönliches Vermögen in den Bau investiert hatten, blieben sie Geschäftsführerinnen der GmbH. Die Heilandsgemeinschaft musste der GmbH Miete und Unterhaltskosten entrichten… Wie viele Berliner Stadthäuser, bestand das Gebäude aus einem Vorder- und einem Hinterhaus (Gartenhaus). Das Vorderhaus war größtenteils vermietet, nur im Erdgeschoss zur Straße hin befanden sich zwei Einrichtungen der Gemeinschaft. Zum einen war hier (bis 1940) die Buchhandlung untergebracht, die aus einer kleinen Schriftenmission hervorgegangen war und auch das Publikationsorgan der Gemeinschaft "Für Alle" vertrieb. Zum anderen wurde hier ein Kaffee- bzw. Speisehalle betrieben, die alkoholfrei geführt wurde und Gäste bis zum Jahr 1922 Bewirtung anbot. Zusätzlich gehörten zur Kaffeehalle noch weitere Nebenräume für die Gemeinschaftsarbeit. Im hinteren Teil der Anlage, im Gartenhaus, lag freilich das Herzstück der Gemeinschaft: der im Erdgeschoss liegende zweigeschossige Saal mit sechs- bis achthundert Sitzplätzen. Weitere Nebenräume, sowie die Empore, standen den vielen Gruppen und Chören zur Verfügung. Dazu kamen Gästezimmer und Wohnmöglichkeiten; auch die Schwestern von Hennigs wohnten hier.
Damit waren in Moabit hervorragende Räumlichkeiten geschaffen, um die Arbeit der Heilandsgemeinschaft durchführen zu können. Mittlerweile blieben die Aktivitäten nicht nur auf die Putlitzstraße beschränkt. Im Lauf der Jahre schlossen sich in Berlin fünf Außenstationen der Heilandsgemeinschaft an, in denen hauptamtliche Schwestern und Ehrenamtliche beiderlei Geschlechts arbeiteten…(Zitatende.)

 

Der ursprüngliche Gemeindesaal wird weiterhin (ebenfalls in Bezugnahme zu den Schwestern von Hennigs) in der deutschen Wikipedia unter dem Eintrag "Hennigs (Adelsgeschlecht)" erwähnt.
Dort ist zu lesen: (Zitatanfang:)


alter plan

Karitative Werke

Die Familie war über Jahrhunderte eng mit wohltätigen Zielen verbunden, so hatte diese das Patronat an derThomaskirche zu Tribsees. Die in den späten 70er/frühen 80er Jahren des 20. Jahrhunderts durchgeführte Dachsanierung erfolgte teilweise mit Mitteln aus Spenden der Familie von Hennigs. Zahlreiche Mitglieder im Johanniterorden gehörten und gehören zu der Familie.
Ein Großprojekt war der Erwerb das Gemeindehauses in der Putlitzstraße in Berlin-Moabit. Dieses wurde dann der Heilandskirche zur Verfügung gestellt. Die Geschwister Therese, Fritz und Ingeborg von Hennigs halfen, dass in dem Haus der Putlitzstraße 13 während des Beginns des 20. Jahrhunderts eine lebendige Einrichtung der Nächstenliebe entstand, die rund 100 Jahre und vor allem noch lange nach dem Ableben aller Initiatoren einen soliden Bestand hatte. So wurde ein Gemeindesaal und Versammlungsraum eingerichtet und inhaltlich und geistlich betreut. Die nach Berlin umgezogene Ingeborg von Hennigs war jeden Tag dort im Einsatz, um besonders zu Zeiten der Wirtschaftskrise in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts praktische Hilfe zu leisten. (Zitatende.)

Historischer Gemeindesaal Berlin-Moabit  •  Putlitzstraße 13  •  10551 Berlin
Tel. 030 / 311 611 90  •  info (at) gemeindesaal.de

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